Eine schwierige Frage, denn die Möglichkeiten sind nahezu unbegrenzt: Technik, Mobiliar, Infrastruktur und vieles mehr. Es gibt unzählige Lösungen, und jeder Kontrollraum ist ein Unikat.
Trotzdem möchten wir Ihnen Größenordnungen an die Hand geben und dafür alle Elemente aufführen, aus denen sich ein Kontrollraum oder eine Leitwarte zusammensetzt. Entscheidend ist dabei vor allem, die Auswahlkriterien herauszuarbeiten, die sich auf das Budget auswirken.
Ausgangspunkt sind bekannte Zahlen zum französischen Markt: eine sehr detaillierte Studie des Analysehauses MarketsandMarkets zur Technik, ergänzt um den Bereich Mobiliar. Selbstverständlich handelt es sich um Gesamtstatistiken, die für jede Branche angepasst werden müssen.
Die gesamten Investitionen in Kontrollräume und Leitwarten in Frankreich wurden für 2018 auf 330 Mio. € geschätzt. Sie verteilen sich wie folgt:
| Anzeige / Videowand | 21 % |
|---|---|
| KVM und Mobiliar | 6 % |
| Software (*) | 35 % |
| Dienstleistungen (**) | 38 % |
(*) „Software“ umfasst: Computer Aided Dispatch (CAD), Telefonie, Ortung, VSM, Aufzeichnung
Hinweis: Mehr zu diesen Themen finden Sie in unserem Whitepaper zum Kontrollraum.
(**) „Dienstleistungen“ umfasst: Integration, Outsourcing des Betriebs, Wartung und Support
Auch wenn diese Zahlen nicht verraten, welches Budget Ihr Kontrollraum konkret benötigt, zeigen sie doch Größenordnungen auf und helfen dabei, die eigenen Prioritäten zu klären. Drei Viertel der Ausgaben fließen nämlich in immaterielle Leistungen. Es lohnt sich also, nicht nur auf das zu schauen, was man sieht.
Hier klammern wir alle fachspezifischen Investitionen aus: Hardware, Software, Netzwerk, Aktoren, Sensoren und Kameras, die nicht direkt im Raum installiert werden. Sie hängen vom jeweiligen Projekt ab und lassen sich nicht allgemeingültig beschreiben. Im Folgenden konzentrieren wir uns daher ausschließlich auf die Ausstattung des Kontrollraums selbst: die Operator-Arbeitsplätze und die Videowand.
Im Einzelnen besteht der Operator-Arbeitsplatz aus einer Konsole, auch Leitstandpult genannt, den Monitoren auf dieser Konsole, einem KVM-System und einem Stuhl. Die Rechner selbst sind hier nicht eingepreist, da wir davon ausgehen, dass das KVM-System die Daten aus einem Serverraum bzw. einem dedizierten Rack bezieht.
Der wichtigste Kostenfaktor ist die Frage, ob das Pult motorisiert ist oder nicht. Bis zu drei Achsen lassen sich motorisieren: die Höhenverstellung des Pults, die Höhenverstellung der Monitore sowie das Vor- und Zurückfahren der Monitore. Ganz auf Motoren zu verzichten, spart natürlich Geld. Dieser Punkt betrifft aber unmittelbar die Ergonomie, und die sollte ganz oben auf Ihrer Prioritätenliste stehen. (Mehr dazu: Ergonomie als Schlüsselfaktor im Kontrollraum)
Weitere Faktoren beeinflussen die Kosten ebenfalls: die Speicherung der motorisierten Positionen, eine ergonomisch geformte Arbeitsfläche, eine mehr oder weniger saubere Integration von Kabeln und Peripheriegeräten, das Design der Konsole und einiges mehr.
Die Preisspanne hängt direkt davon ab, wie viele Rechner an das KVM-System angeschlossen sind und wie viele Monitore angesteuert werden. Eine zweite Entscheidung wirkt sich ebenfalls auf die Kosten aus:
Der genannte Preis setzt voraus, dass sich der Rechner- bzw. Serverraum in unmittelbarer Nähe zum Kontrollraum befindet. Steht das Rechenzentrum in einem anderen Gebäude, muss zusätzliches Budget für die Verkabelung eingeplant werden.
Auch hier geht es um Ergonomie, und die Unterschiede zwischen den zahlreichen Stuhlmodellen für Kontrollräume und Leitwarten sind beträchtlich. Zwischen einem einfachen Arbeitsstuhl, der mindestens eine Gasdruckfeder zur Höhenverstellung und eine Synchronmechanik bietet, und einem echten 24/7-Stuhl mit sämtlichen Einstellmöglichkeiten und einem Sitzkomfort, der konzentriertes Arbeiten über eine ganze Schicht hinweg erlaubt, liegen Welten.
Für die Konsolenmonitore und die Videowand unterscheiden wir zwei Szenarien:
Vier (Szenario 1) bis sechs Monitore (Szenario 2) mit 21 bis 25 Zoll, flimmerfrei und mit einer Leuchtdichte von mindestens 400 cd/m².
Für das Gesamtbudget sind die oben genannten Beträge mit der Anzahl der Operatoren im Raum zu multiplizieren.
Dabei sollten mindestens zwei Arbeitsplätze eingeplant werden, denn ein Operator sollte im Kontrollraum oder in der Leitwarte nie allein arbeiten.
Sie besteht aus 3×2 (Szenario 1) bzw. 4×3 Displays (Szenario 2) samt Halterungen. Hier gelten dieselben Auswahlkriterien wie bei den Konsolenmonitoren. Vor allem empfehlen wir Ihnen aber unseren Beitrag „Fünf Entscheidungskriterien für die Auswahl der Displays im Kontrollraum“. Kurz gesagt: Großen Einfluss auf die Kosten hat die Betriebsdauer Ihrer Leitwarte. Läuft sie 24/7 oder nur tagsüber? Die Antwort entscheidet über die Technologie (LCD/LED, DLP usw.). Auch die Rahmenbreite (Bezel) wirkt sich deutlich auf den Preis aus, besonders bei sehr schmalen Rändern.
Hier sind die Unterschiede am größten, und zwar aus folgenden Gründen:
Zwei Technologien bestehen nebeneinander: der klassische Videowand-Controller mit seiner Steuerungssoftware, aber auch IP-basierte Videolösungen, die das Netzwerk sowie IP/RGB-Encoder und -Decoder nutzen. Die Kosten eines Controllers hängen in der Regel stark von der Zahl der Ein- und Ausgänge ab. Die genannte Preisspanne ist daher mit Vorsicht zu genießen: Wir haben zwar sechs Ausgänge angenommen, die Zahl der Eingänge aber offen gelassen. Erfahrungsgemäß liegt sie im Schnitt zwischen 6 und 12.
Ein weiterer entscheidender Budgetfaktor ist die Flexibilität der Darstellung. Anders gefragt: Lässt sich jede beliebige Quelle pixelgenau an jeder beliebigen Stelle der Videowand anzeigen? Oder gibt die Technologie des Herstellers feste Layouts vor?
Abschließend zwei Empfehlungen, um das Budget Ihres Kontrollraums realistisch einzuschätzen:

Copyright © 2026. MOTILDE. All rights reserved.